Innovationsprojekt zu Batteriespeicher in Pratteln

Innovationsprojekt zu Batteriespeicher in Pratteln

Batteriespeicher werden künftig eine wichtige Rolle bei der Versorgungssicherheit mit Solarstrom spielen. AGROLA Solvatec hat zusammen mit der EBL Tochter schweizstrom, Alpiq und Tesla bei Aquabasilea in Pratteln das erste Megawatt-Batteriespeichersystem der Nordwestschweiz erstellt. Neben den Systemdienstleistungen (Regelenergie) für das Stromnetz ist auch eine Reduktion der Belastung des Netzes durch die Tesla Supercharger Ladestationen geplant. Der innovative Batteriespeicher wurde am Einweihungsanlass am 14.11.2019 in Pratteln detailliert vorgestellt. Dominik Müller, Leiter Innovation und Technik von AGROLA Solvatec, hielt am Anlass ein kurzes Referat zum Einsatz von Batteriesystemen in der neuen Energiewelt.

Der Batteriespeicher bringt eine Leistung von 1 Megawatt und hat eine Kapazität von 1,28 Megawattstunden. Mit dieser Batterie könnte man in einem Elektroauto circa 8‘500 Kilometer weit fahren (z.B. Tesla Model 3). Tesla hat dieses Jahr bei Aquabasilea einen neuen Supercharger mit 6 Ladesäulen gebaut. Eine weitere Ausbauoption ist auch ein Carport mit einer Photovoltaikanlage, der die Ladesäulen deckt. Dieser Sonnenstrom soll direkt in die Batterien der Elektroautos fliessen oder in den Batteriespeicher von schweizstrom. Der Batteriespeicher von schweizstrom wird zunächst vor allem dafür genutzt, am Regelenergiemarkt teilzunehmen, also kurzfristig Strom zu liefern und allenfalls zu laden.

Welche Vorteile bringen Batteriespeicher den Stromkunden?
Unternehmen, die an einem Batteriespeicher angeschlossen sind, können ihre Lastspitzen brechen. Damit sinken ihre Energiekosten erheblich. Wenn die Kernkraftwerke mit Bandenergie eines Tages wegfallen, wird man noch mehr für Lastspitzen bezahlen müssen. Zudem können die Unternehmen via Batterie ihren Eigenverbrauch und den Energieverbrauch optimieren sowie durch die Bereitstellung von Regelenergie Geld verdienen.

Grafikquelle: EBL

Das Regeln des Energieflusses ist eine wichtige Aufgabe der Stromversorger. Damit die Stromversorgung nicht zusammenbricht, müssen Stromproduktion und Stromverbrauch stets im Gleichgewicht sein. Wenn also plötzlich mehr elektrische Energie bezogen wird, muss mehr Strom zur Verfügung stehen. Umgekehrt muss die Stromproduktion gedrosselt werden, wenn weniger Energie gebraucht wird. Bis jetzt werden plötzliche Schwankungen grösstenteils über Pumpspeicherkraftwerke geregelt, deren Leistung bei Bedarf sofort hoch- oder heruntergefahren werden kann. Mit dem schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie und dem Fokus auf den erneuerbaren Energien entsteht jedoch ein Problem: Die Produktion von Sonnenenergie lässt sich nicht auf Abruf steuern. Die Sonne scheint, wenn sie scheint. Für die Energiewende ist deshalb zentral, dass Energie zwischengespeichert werden kann, zum Beispiel in Batteriespeichersystemen. Diese können im Vergleich zu Pumpspeicherkraftwerken bei gleicher Leistung deutlich günstiger und schneller Primär- oder Sekundärregelenergie anbieten, die mechanischen Verluste fallen weg, auch die Instandhaltungskosten sind wesentlich kleiner. Es besteht kein Zweifel: Batterien werden als Energiespeicher schon bald eine grosse Rolle spielen.